Sprungmarken
Suche
Suche

1974: Genesis unterschrieb in der Ur-Besetzung.
1974: Genesis unterschrieb in der Ur-Besetzung. © Stadthalle Offenbach
50 Jahre Stadthalle – 50 Jahre Gästebücher. Schon ab 1966 verewigten sich die Künstler und Komiker, Sportler und Politiker, die das Haus an der Waldstraße in Offenbach besuchten, dort auf Papier. Zur Jubiläumsfeier im Oktober 2016 wurden einige Einträge in Vitrinen ausgelegt – jetzt gewährt das Stadthallen-Team einen umfangreichen Blick in die Gästebücher.
1966 - und 2016 - zu Besuch in der Stadthalle: die Lords
1966 - und 2016 - zu Besuch in der Stadthalle: die Lords © Stadthalle Offenbach

„Es ist schon bemerkenswert, wer sich hier alles eingetragen hat“, sagt Geschäftsführerin Birgit von Hellborn. Auf den Seiten der mittlerweile vier Bücher finden sich viele große Namen aus Rock & Pop – darunter Judas Priest und Def Leppard, Motörhead und Manfred Mann’s Earth Band, Gossip oder Genesis, 1974 noch in der Originalbesetzung mit Phil Collins und Peter Gabriel. Dass die Lords zu Recht als eine der dienstältesten Bands der Welt gelten, beweist ihr Eintrag aus dem Eröffnungsjahr 1966. Genau 50 Jahre später standen die Musiker zur Jubiläumsparty von Stadthalle und „beatbeatbeat“ am 15. Oktober 2016 wieder auf derselben Bühne.

Das vielfältige Veranstaltungsprogramm der Stadthalle spiegelt sich von den ersten Jahren an in den Gästebüchern. Für gute Laune sorgten beispielsweise Rudi Carrell (1970) und Dieter Hildebrandt, der 1966 als Mitglied der Lach- und Schießgesellschaft notierte: „Der verlorenste Tag aller Tage ist der, an dem man nicht gedacht hat.“ Schlagerstars wie Heintje oder Karel Gott trugen sich ebenso ein wie Teilnehmer von Sportevents – etwa die Kesslerzwillinge beim Sportfestival 1973 in Offenbach.

Auch ranghöchste Politiker gaben sich mit ihrer Entourage die Ehre: 1974 unterzeichnete der damals frisch ins Amt gewählte Bundeskanzler Helmut Schmidt im Gästebuch der Stadthalle, und 1977 folgte Bundespräsident Walter Scheel, der Offenbach zur 1.000-Jahr-Feier gratulierte.

Während es viele Gäste „einfach toll“ fanden (Boney M 1980) und sich bei „sooo netten Leuten“ bedankten (Wim, Wum & Wendelin 1981), hätten es die Fantastischen Vier 1993 pyrotechnisch gerne noch mehr krachen lassen. Doch kritische Einträge sind die absolute Ausnahme, und oftmals heißt es: „Wir kommen wieder!“